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Kultur, Sitten und Gebräuche, Tradition, Brauchtum

Unser Kulturbegriff...
...ist vielfältiger, als man auf den ersten Blick meint. Abgeleitet vom lateinischen „cultus“(Kult, Pflege) wird „Kultur“ in der Enzyklopädie als „Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Lebensäußerungen einer Gemeinschaft“ definiert.

Das bedeutet, dass alles das, was wir Menschen im Laufe unserer Zeitspanne im sozialen Leben, wie auch in den Bereichen der Technik, Wissenschaft, Kunst, Religion, Recht, Politik, Sitten und Gebräuche als Summe unserer Bestrebungen zur Bedürfnisbefriedigung geschaffen haben, letztlich unsere „Kultur“ ausmacht. Sie ist also nicht nur das Kennzeichen, das uns Menschen deutlich von den Tieren abhebt, sondern insoweit auch ein Hinweis auf die Bildung, Gesittung und Lebensweise des Einzelnen.

Die Sitten und Gebräuche
Für die Gesamtheit der Sitten und Gebräuche war früher die Bezeichnung „Brauchtum“ üblich. Doch diese wird seit längerem nur noch einschränkend benutzt, denn der Sprachgebrauch hat sich auch hier gewandelt – und unter „Brauchtum“ wird heutzutage fast nur noch die bewusste Traditions- und Brauchtumspflege verstanden.

Die Tradition
Das Wort „Tradition“ (lat. traditio „Übergabe, Überlieferung“) ist eigentlich die Bezeichnung für die Überlieferung des Wissens, der Fähigkeiten, sowie der Sitten und Gebräuche. Doch auch hier ist der Gebrauch des Wortes längst nicht mehr einheitlich, denn man versteht darunter mittlerweile vor allem die Überlieferungsfunktion selbst, also seine Weitergabe und die damit verbundenen Gepflogenheiten (Brauchtum, Rituale, gesellschaftliche Regelungen).

Das Brauchtum

Unter „Brauchtum“ verstehen wir wiederum die Sitten und Gebräuche einer menschlichen Gemeinschaft, die von dieser mehr oder minder akzeptiert, praktiziert und letztlich weitergegeben, also „gebraucht“ werden. Deshalb liegt die Bezeichnung „Brauchtum“ dafür auch nahe, denn sie kommt vom Verb „brauchen“ und gilt so als Sammelbegriff für alle Bräuche. So gesehen benötigen die Gewohnheiten einzelner Menschen also unabdingbar die Gemeinschaft (Gruppe, Familie, Dorfgemeinschaft, Berufsgruppe), um überhaupt zu einem „Brauch“ werden zu können.

Brauchtum ist daher sehr wohl auch vom Ritus und von der Gewohnheit zu unterscheiden. Denn während der Ritus versucht, die soziale mit der religiösen Welt zu verbinden, stellt die Gewohnheit lediglich eine nüchterne, zweckmäßige soziale Routine dar. Die Volkskundler verstehen deshalb mit dem „Brauchtum“ ein von der Sitte her gefordertes, sozial bestimmtes, bei gewissen Anlässen geübtes traditionelles Verhalten einer Gemeinschaft.

Den Rhythmus der Bräuche...

...bestimmen in der Regel konkrete Anlässe im Jahreskreislauf (z.B. Ernte, Sonnenwende, Neujahr, Fasnacht),

Lebenskreis (Geburt, Hochzeit, Tod),

Arbeitsjahr der Bauern und Handwerker ,oder auch im religiösen Bereich eines Kirchenjahres (Advent, Nikolaus, Weihnachten, Dreikönig, Ostern).

An solchen Gelegenheiten bildet das Brauchtum für uns Menschen den festlichen – oder (wie an Fasnacht) sogar den ausgelassenen - Rahmen, uns mit gewissen Ereignissen für einen Moment über den Alltag hinauszuheben.

Das ganze Spektrum des Brauchtums und seiner Anlässe lässt aber auch erkennen, dass seine Wurzeln bis weit zurück in die Geschichte reichen, denn letztlich ist es ja von den Menschen gebildet – und weitergereicht worden.

Einst überwog in früherer Zeit deutlich das bäuerliche Brauchtum, wie z.B. die Ernte- und Hochzeitsbräuche. Doch das ist mittlerweile, mit dem Verlust der bäuerlichen Traditionen auf Grund des Strukturwandels in unserer industrialisierten Welt, mehr und mehr am Verschwinden. Allerdings brachte und bringt dies einen Verlust der Bedeutung vieler kollektiver Gewohnheiten und regionaler Bräuche mit sich, die in der vorindustriellen Welt beheimatet waren, was häufig als „Traditionsverlust“ bezeichnet und kritisiert wird. Umgekehrt aber stellen Volkskundler gleichsam fest, dass aber auch permanent neues Brauchtum entsteht. Doch das hat oft nicht die gleiche Bindekraft wie die Bräuche früherer Zeiten. Der Grund dafür wird darin gesehen, dass die Traditionsketten, durch die Bräuche überliefert werden, in unserer schnelllebigen Zeit stets kürzer werden.

Doch wie auch immer:

Wir Menschen werden daher wohl immer mit mehr oder weniger Brauchtum begleitet sein. Zwangsläufig eigentlich, denn „Brauchtum“ ist als soziale und sinnstiftende Errungenschaft für uns einzelne Menschen ein Integrationsinstrument für die menschliche Gemeinschaft, das wir zu unserer sozialen Gestaltung dringend benötigen, denn nur durch das gemeinsame menschliche Erleben, durch das gemeinsame Feiern und Trauern wird der Gruppenzusammenhalt gestärkt und die Erinnerung wird zur gemeinschaftlichen Teilhabe.



Allgemeines über die Sitten und Gebräuche [557 KB] Volksmusik und Volksgesang [294 KB] Lebensweise und Kleidung der Vorfahren [325 KB]
Die Heischumzüge und die Lichterfeste [391 KB] Fasnacht [175 KB] Fasnacht, Grießener Wein [174 KB]
Fasnaechtl. Stammbucheintrag [3.352 KB] Ehemalige Neujahrsbräuche [89 KB] Magie am Jahresende [167 KB]
Das Binagle-Namensrätsel ist gelöst [162 KB] Binagle das Gesellsch. Spiel [1.692 KB] Die Kultur der Region [91 KB]
Die laendliche Dorfwirtschaft [216 KB]    

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